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Visualization Strategies in the Humanities

Strategien der Visualisierung in den Geisteswissenschaften:
Probleme und Chancen

Freitag, 26.4.2013

Bilder, Zeichen und Schemata gehören zu den Grundelementen wissenschaftlicher Notation. Sie haben sich durch verschiedene Medienwechsel hindurch bewährt. Sie dienen als zentrale Strategien der Wissenserfassung, Wissenserzeugung, Wissensstrukturierung sowie der anschaulichen Präsentation von Ergebnissen. Die Möglichkeiten digitaler Technologien haben den Einsatz von Bilderzeugnissen exponentiell wachsen lassen. Ein zunehmendes Bewußtsein für die komplexen Programmierungs- und Gestaltungsprozesse sensibilisierte dafür, daß die so erzeugten Bildwelten nicht als authentische Evidenzerzeugnisse zu verstehen sind und eigene disziplinäre Bildgeschichten haben. Sie sind konstruiert und variabel, abhängig von den sie generierenden Personen, ihren Forschungstraditionen und Interessen. In den 80er Jahren hat sich dafür der Begriff der Visualisierung/Visualization durchgesetzt. In letzter Zeit hat eine inter-disziplinär angeregte Bildkritik verstärkt auch Anwendungsbereiche von Visualisierungen in den Geisteswissenschaften reflektiert: Fotografien, Grafiken, Zeichnungen, Karten, Pläne und Ergänzungen, 3 D Modelle, Objekt-Animationen und vieles mehr. Vor allem in den Bereichen, in denen Geisteswissenschaften objektorientiert forschen, hat die von den Natur- und Lebenswissen-schaften forcierte technische Visualisierungspraxis neue Einsichten ermöglicht. Befunde werden mit Röntgen- Ultraviolett-, Infrarot-, Radar-, Magnetfeld- oder Blickbewegungsmessungen erhoben und mit graphischen Algorithmen dargestellt. Hypothesen und/oder Ergebnisse werden über bildgebende Verfahren vermittelt.

Was kann und soll Visualisierung in den Geisteswissenschaften leisten? Unter welchen Bedingungen, mit welchen Voraussetzungen und Schwierigkeiten konnten sich visuell gestiftete Diskurse in den einzelnen Disziplinen entfalten? Zeichnen sich spezifische Problematiken und Dynamiken ab? Welche Konzepte, Methoden und Bewertungen haben sich etabliert? Inwiefern und mit welcher Konsequenz werden Potentiale und Grenzen von Visualisierungen reflektiert? Wie wird der Zugriff organisiert? Wo findet ein Informationsaustausch über diese Fragen statt? Stiftet die Perspektive auf die eigene disziplinäre Bildgeschichte neue interdisziplinäre Anschlußstellen? Von Relevanz für viele geisteswissenschaftliche Fächer ist beispielsweise die Rekonstruktion fragmentierter Funde und Befunde. Die ins Bild gebrachten und in der fach-wissenschaftlichen Literatur kursierenden Vergangenheitsvorstellungen prägen wiederum den weiteren Diskurs in der jeweiligen Disziplin. Welche Garantien für die Verläßlichkeit der rekonstruierten Bilderzeugnisse sind verfügbar? Was bedeutet Evidenz? Wofür läßt sich Realität, Authentizität und / oder Originalität behaupten? Wo und wie formuliert sich Imagination? Die Rolle von Metadaten und Quellenkritik gewinnt hier eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.

Das Thema der Visualisierungsstrategien in den Geisteswissenschaften ist komplex. Mit einem Workshop möchten wir ausloten, welches Potential für einen interdisziplinären Austausch am Standort Wien vorhanden ist und ob sich Perspektiven für weiterführende Projekte ergeben. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich an dem Workshop zu beteiligen.

Call for papers: Bitte schicken Sie Vorschläge für Beiträge (max. 30 Min., Angabe des Titels, einige erläuternde Sätze, ggf. Bei­spiele von Visualisierungen), bis Freitag, den 22.2.2013 an: Marion.Meyer [at] univie.ac.at und Heidrun.Rosenberg [at] univie.ac.at.

Workshop: Freitag, 26.4.2013, Veranstaltungsort: Institut für Kunstgeschichte VeranstalterInnen: Michael Doneus, Institut für Ur-und Frühgeschichte, Marion Meyer, Institut für Klassische Archäologie, Raphael Rosenberg, Institut für Kunstgeschichte

Location : Vienna, Austria

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